Sehenswertes

Samiel erschein! Wir befinden uns in der „Wolfsschlucht“, gelegen am Pass zum Murgtal. Hohe alte Bäume, dickes Wurzelwerk und mancher abgestorbene Stumpf, dicht an dicht, sodass das Licht kaum den modrigen Grund erreicht, durch den sich ein Bächlein schlängelt. Die wildroman-tische Szenerie soll Carl Maria von Weber, 1810 zu Besuch in Baden-Baden, zum „Wolfsschlucht“-Akt seiner Oper „Der Freischütz“ inspiriert haben. Warum nicht! Die Szenerie, hochromantisch in heller Sonne, aber bei Nebel und Wolken ein gespenstischer Ort, eignet sich prima zum Gießen verfluchter Silberkugeln.

Kühler Tipp für heiße Tage: die Geroldsauer Wasserfälle. Vom Waldparkplatz Malschbach an der Schwarzwaldhochstraße schlängelt sich ein

schmaler Fußpfad (3 km hin und zurück) zwischen moosbewachsenen Granitfelsen durch einen tiefen dunklen Wald, am Grobbach entlang, der sich seinen Weg sprühend und gurgelnd durch die Steine bahnt. Auf halber Strecke ein Schauspiel, das sich lohnt: Das Wasser stürzt aus einer Klamm über eine neun Meter hohe Granitstufe in die Bütte. Besonders schön ist der Spaziergang, wenn die Rhododendren verschwenderisch blühen.

Alle Wege, wenigstens die aus Varnhalt, Neuweier und Steinbach führen auf die Yburg. Sie führen durch rebbewachsene Hänge – hier gedeihen einige leckere, hochberühmte Tropfen – und schattige Wälder. 517 m hoch über der Ebene erhebt sich eine malerische Ruine aus dem Mittelalter. 517 m, die es in sich haben. Aber wer auch noch den Turm besteigt, wird mit einem wunderbaren Rundblick belohnt: über den Schwarzwald und das Rheintal bis zu den Vogesen.

„Ein betürmtes Schloss voll Majestät auf des Berges Felsenstirn erhöht.“ Ob das nostalgische Gedicht von Friedrich Mathison aus dem Jahre 1878 wirklich das Alte Schloss meint? Aber ein betürmtes Schloss, so stand die Feste Hohenbaden (so die offizielle Bezeichnung) jahrhundertelang über der Stadt. 1689 wurde der Stammsitz der Markgrafen zerstört. Heute sind die sorgfältig restaurierten Ruinen ein beliebtes Ausflugsziel. Der Weg hinauf über die Battertfelsen bietet immer wieder faszinierende Ausblicke ins Rheintal und den Schwarzwald.

Nur einen Katzensprung von Kurhaus und Casino entfernt liegt das Rebland, eine liebliche sonnenverwöhnte Landschaft, die zu den drei größten Weinanbaugebieten Deutschlands gehört. Zu den berühmtesten Tröpfchen zählen der Neuweierer „Schlossberg“ und „Mauerberg“ in den charakteristischen bauchigen Bocksbeutel-Flaschen. Und wo schmeckt er besser als an der „Quelle“? Im Weingut Schloss Neuweier zum Beispiel. Das einstige Wasserschloss aus dem 12. Jahrhundert mit seinen runden Türmen, der Freitreppe und dem wappengeschmückten Eingang gehört seit Jahren zu den „Pilgerzielen“ der internationalen Weinkenner und Genießer. Seit September 2004 ist das Restaurant nach einer umfassenden Renovierung wieder eröffnet und liefert den lukullischen Rahmen für prämierte Spitzenweine: wie das „Goldene Loch“ oder den spritzigen Spätburgunder Rosé Sekt.

Nein, nicht in der Brahmsstraße, sondern in der Maximilianstraße (Nr. 85) steht das Brahmshaus. In dem „hübschen Haus auf dem Hügel“ bewohnte der berühmte Musiker die beiden Dachgeschosszimmer während der Sommermonate von 1865-74. Der „blaue Salon“ und sein kleines Schlafzimmer waren, wie Brahms es liebte, bescheiden und gemütlich. Hier, in Stille und Abgeschiedenheit, sind viele bedeutende Werke entstanden, und ein Blick aus dem Giebelfenster bestätigt auch heute noch, was Brahms einem Freund schrieb: „Ich übersehe alle Berge und Wege nach Lichtental und Baden.“

Auf dem Michaelsberg thront die Stourdza-Kapelle, Grablege der moldawischen Fürstenfamilie Stourdza, ein Entwurf des Münchener Architekten Leo von Klenze. Das spätklassizistische Gebäude aus zweifarbigem Sandstein mit viersäuligem Portikus, innen reich geschmückt mit Fresken, gilt als eines der schönsten Kulturdenkmäler der Stadt. Fürst Michael Stourdza hat die Kapelle 1866 für seinen Sohn Michael jr. errichtet, der mit 17 Jahren in Paris seinen Ausschweifungen erlag (wie der Chronist diskret formuliert). Der Vater, 1848 nach einem Bauernaufstand in seinem Ländle (unter Mitnahme des Staatsschatzes) ins zivilisiertere Westeuropa geflohen, galt den Badenern als Wohltäter. Die Stadt dankte ihm mit der Ehrenbürgerwürde.

Weithin sichtbar: die goldene Zwiebelkuppel mit dem russisch-orthodoxen Doppelkreuz. Sie krönt die Russische Kirche an der Lichtentaler/Ecke Robert-Koch-Straße. Das Vergnügungsangebot der Belle Époque hatte viele reiche Russen nach Baden-Baden gelockt. Aber immer nur Spielbank und Bälle – irgendwann wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche laut. 1882 schließlich wurde das Gotteshaus eingeweiht. Das Innere ist verschwenderisch ausgestattet. Die Fresken, entworfen von Fürst Gagarin, vom einheimischen Dekorationsmaler Schwarzmann mit viel Sinn fürs Üppige und Theatralische gestaltet, zeigen die Heilsgeschichte – anschauen lohnt sich!

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